Sollten Sie von Ihrem Arbeitgeber ein Weihnachtsgeld erhalten und ein Gläubiger Ihren Lohn gepfändet haben, ist das Weihnachtsgeld gemäß § 850a Zivilprozessordnung (ZPO) bis zur Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens, höchstens aber bis zum Betrag von 500,00 € unpfändbar. Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, diese Regelung automatisch bei der Berechnung des unpfändbaren Betrages Ihres Lohnes zu berücksichtigen.

Wenn ihr Lohn auf ein gepfändetes Konto überwiesen wird, raten wir Ihnen dringend, sich rechtzeitig um den Schutz des unpfändbaren Teils des Weihnachtsgeldes zu kümmern.

Dies gilt auch, wenn sie bereits ein Pfändungsschutzkonto eingerichtet haben, denn hier sind – mit der Ausnahme, dass Sie durch Unterhaltspflichten einen höheren Pfändungsfreibetrag bescheinigt bekommen haben – lediglich Einkünfte bis zum einem Basisfreibetrag in Höhe von derzeit 1.133,80 € geschützt.

Oft reichen der Basisfreibetrag bzw. die bescheinigten Freibeträge nicht aus, um den unpfändbaren Teil des Weihnachtsgeldes auf dem Konto zu schützen. Betroffene müssen dann beim zuständigen Vollstreckungsgericht bzw. bei der Behörde, die den der Pfändung zugrundeliegenden Beschluss erlassen hat, einen Antrag auf Pfändungsschutz stellen, damit dem pfändenden Gläubiger der Zugriff auf den unpfändbaren Teil des Weihnachtsgeldes verwehrt bleibt.

Achtung! Sollten auf Ihrem Konto mehrere Kontopfändungen vorliegen, müssen Sie den Antrag auf Pfändungsschutz für jede vorliegende Kontenpfändung separat stellen.

Haben Sie weitere Fragen zu den Themen Pfändung oder Schulden? Wenn ja, beantworten wir Ihnen diese gerne persönlich, telefonisch oder online.