Anhebung der Pfändungsfreigrenzen zum 01.07.2017

Schuldnern bleibt mit Wirkung ab 01.07.2017 mehr von ihrem Einkommen. Das Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz hat beschlossen, die Pfändungsfreibeträge zu erhöhen.

Die Pfändungsfreigrenzen sichern das Existenzminimum des Schuldners und der Personen, denen er zu Unterhalt verpflichtet ist.

Die Höhe der Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen wird jeweils zum 1. Juli eines jeden zweiten Jahres an die Entwicklung des steuerlichen Grundfreibetrages für das sächliche Existenzminimum angepasst. Zuletzt wurden die Pfändungsfreigrenzen zum 1. Juli 2015 erhöht. Der steuerliche Grundfreibetrag hat sich seit dem letzten Stichtag um 5,58 % erhöht. Hieraus resultiert eine Erhöhung der Pfändungsfreigrenzen im gleichen Verhältnis. Der monatlich unpfändbare Grundfreibetrag bei einer Pfändung von Einkommen steigt ab dem 01.07.2017 auf 1.139,99 €. Dieser Freibetrag erhöht sich aufgrund gesetzlicher Unterhaltspflichten entsprechend.

Pfändung beim Arbeitgeber

Der Arbeitgeber ist bei Arbeitnehmern, bei denen eine Lohnpfändung oder die Offenlegung einer Abtretung vorliegt, verpflichtet, die neuen Freibeträge automatisch zu berücksichtigen. Dies gilt auch für laufende Pfändungen und Abtretungen.

Es ist jedoch ratsam, beim Arbeitgeber oder bei der Behörde, die Sozialleistungen gewährt, darauf zu achten, dass die neue Pfändungstabelle auch wirklich zum Ansatz kommt.

Sollte der Arbeitgeber oder die Behörde, weil sie die neuen Freibeträge versehentlich nicht beachtet hat, zu viel an den Gläubiger auskehren, kann der Schuldner die Rückzahlung der zu viel gepfändeten Beträge verlangen.

Pfändungstabelle

Zur ab dem 01.07.2017 geltenden Pfändungstabelle gelangen Sie hier.

Neue Pfändungsfreigrenzen auch beim Pfändungsschutzkonto (P-Konto)

Laut Infodienst Schuldnerberatung werden die Banken den neuen P-Konto-Grundfreibetrag in Höhe von 1.133,80 € (bisher 1.073,88 €) sowie die erhöhten Freibeträge für weitere zu unterhaltende Personen automatisch berücksichtigen. Einer erneuten P-Kontobescheinigung bedarf es nicht.

Seit dem 01.07.2017 gelten folgende erhöhte Freibeträge:

1.560,51 € bei Unterhaltspflicht für 1 Person

1.798,24 € bei Unterhaltspflicht für 2 Personen

2.035,97 € bei Unterhaltspflicht für 3 Personen

2.273,70 € bei Unterhaltspflicht für 4 Personen

2.511,43 € bei Unterhaltspflicht für 5 oder mehr Personen

Achtung

Bei Gerichtsbeschlüssen oder Bescheiden, bei denen der unpfändbare Betrag auf dem Konto vom Gericht oder einen öffentlichen Gläubiger (Finanzamt, Bundesagentur für Arbeit etc.) bestimmt wurde, muss die Berücksichtigung der neuen Pfändungsfreibeträge frühzeitig beantragt werden.